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Schulen im Team voranbringen!

Franziska Brychcy und Katrin Seidel

Der Ausschuss für Bildung, Jugend und Familie des Abgeordnetenhauses befasst sich in seiner heutigen Sitzung schwerpunktmäßig mit der im Koalitionsvertrag verabredeten Etablierung multiprofessioneller Teams. In einer umfangreichen Anhörung werden u.a. Schulleitungsverbände und die Bildungsinitiative „Schule muss anders“ ihre Vorstellungen dazu präsentieren, wie die Bildungsqualität an Berliner Schulen auch in Zeiten des Lehrkräftemangels durch den Einsatz multiprofessioneller Teams verbessert werden kann.

Dazu erklärt Franziska Brychcy, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:

„Wir dürfen nicht mehr länger nur von multiprofessionellen Teams reden, sondern müssen sie endlich fest an den Schulen etablieren. Das bedeutet zum einen, dass wir Berufsgruppen wie Pädagogische Unterrichtshilfen und Schulpsycholog*innen endlich an allen Schulen brauchen. Angesichts des großen Bedarfs nach der Pandemie schlagen wir ein Landesprogramm Schulpsychologie vor, mit dem wir flächendeckend Psycholog*innen an Schulen bringen, um niedrigschwellig eine Erstversorgung der Kinder und Jugendlichen sicherzustellen. Im technischen und administrativen Bereich, etwa bei den IT-Admins und Verwaltungsleitungen, müssen wir ebenso flächendeckend ausbauen.

Zum anderen streben wir ein gesondertes Personalbudget für alle Schulen an, aus dem je nach individuellem Bedarf weiteres Personal eingestellt werden kann. Das kann eine zusätzliche Erzieherin sein, aber auch eine Gesundheitsfachkraft oder ein Ergo- oder Lerntherapeut – je nach dem, was vor Ort tatsächlich gebraucht wird. Auf diesem Weg wollen wir nicht nur diejenigen entlasten, die bereits jetzt an unseren Schulen tätig sind, sondern wir wollen allen Kindern und Jugendlichen auch in Zeiten des Mangels besser gerecht werden und die Weichen für multiprofessionelle Teams als selbstverständlichen Standard an Berliner Schulen stellen.“

Katrin Seidel, jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, ergänzt:

„Mit dem Landesprogramm Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen und der Verankerung schulbezogener Jugendsozialarbeit im Schulgesetz sind wir in der vergangenen Wahlperiode ein gutes Stück weiter gekommen in Sachen Schulsozialarbeit. Und auch wenn jetzt jede Schule über mindestens eine Stelle für Schulsozialarbeit verfügt, ist klar: Angesichts des Bedarfs reicht das bei weitem nicht aus. In einem ersten Schritt muss jede Schule ein Anrecht auf mindestens zwei Stellen erhalten, perspektivisch streben wir einen Schlüssel von einer*m Schulsozialarbeiter*in auf 150 Schüler*innen an.“

Hintergrundinformationen:

Der Landesvorstand von DIE LINKE. Berlin hat am 16. Dezember 2022 auf Antrag der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung & Schule den Beschluss „Schulen im Team voranbringen!“ getroffen: dielinke.berlin/partei/vorstand/beschluesse/detail/lv-beschluss-8-092-22/

Im Rahmen der Podiumsdiskussion „Multiprofessionelle Teams als Meilenstein der Schulentwicklung“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung, ebenfalls im Dezember 2022, hat Franziska Brychcy die Vor-stellungen der Berliner Linken bereits öffentlich vorgestellt. Die Veranstaltung kann über den folgenden Link nachgeschaut werden: www.rosalux.de/mediathek/media/element/2209

Hinweisen möchten wir zudem auf vier aktuelle schriftliche Anfragen der Linksfraktion zur Personalausstattung der SIBUZ und Psycholog*innen an Schule (Drs. 19/13760), zur strukturellen Umwandlung von Lehrkräftestunden in andere Professionen (Drs. 19/13443), zu Bedarf und Studienplatzkapazitäten für Sozialarbeiter*innen in Berlin (Drs. 19/12862) sowie zum Fachkräftemangel im Ganztag (Drs. 19/12455).

Das Wortprotokoll der Anhörung zur psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie am 15. September 2022 ist hier nachzulesen: https://www.parlament-berlin.de/ados/19/BildJugFam/protokoll/bjf19-012-wp.pdf

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