Zum Hauptinhalt springen

Der Lehrkräftemangel braucht bundesweite Lösungen - Berliner Linksfraktion beschließt Initiative für einen Staatsvertrag Lehrkräftebildung

Franziska Brychcy

In Berlin fehlen derzeit schon über 1.000 Lehrkräfte. Bezieht man aktuelle, pädagogische Verbesserungen wie Ganztagsausbau, Inklusion und Schulen in herausfordernder Lage in die Prognose mit ein, wird für 2035 bundesweit mit einem zusätzlichen Lehrkräftebedarf von 75.000 Vollzeit-Lehrkräften gerechnet.

Angesichts dieses eklatanten Lehrkräftemangels hat die Berliner Linksfraktion heute einen Parlamentsantrag für einen Staatsvertrag zur Lehrkräftebildung beschlossen, in dem sich die Bundesländer verbindlich zur bedarfsdeckenden und bedarfsgerechten Ausbildung von Lehrkräften verpflichten.

Dazu erklärt Franziska Brychcy, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:

„Berlin übernimmt 2023 die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz. Wir wollen, dass Berlin diese Rolle nutzt, um einen Staatsvertrag zur Lehrkräftebildung zu initiieren. In diesem muss vereinbart werden, dass alle Bundesländer sich verbindlich verpflichten, genügend Lehrkräfte auszubilden. Wichtig ist, dass gemeinsame Prognoseverfahren festgelegt werden, um die Ausbildungskapazitäten an den tatsächlichen Bedarf anpassen zu können. Dabei müssen auch dringend notwendige pädagogische Verbesserungen einberechnet werden.

Angesichts des bundesweit steigenden Lehrkräftemangels müssen wir jetzt die Weichen stellen. Dass die Bundesländer versuchen, sich untereinander Lehrkräfte abzuwerben, löst das Problem nicht, sondern verschiebt es nur. Wir brauchen eine grundsätzliche Lösung. Ein Staatsvertrag Lehrkräftebildung kann dazu beitragen.

Das unterstreicht auch eine gestern von der Rosa-Luxemburg-Stiftung veröffentlichte Studie des ehemaligen Berliner Staatssekretärs für Bildung, Mark Rackles. Die KMK-Präsidentschaft Berlins ab Januar 2023 ist ein historisches Zeitfenster, um diese Initiative voranzubringen. Parallel muss die Ausbildungsoffensive an den Berliner Hochschulen, die wir mit 17 Millionen Euro jährlich finanzieren, engagiert fortgesetzt werden, damit wir perspektivisch genügend Lehramtsabsolvent*innen ausbilden.“

Zur Studie der RLS: https://www.rosalux.de/publikation/id/49682/wege-aus-dem-lehrkraeftemangel