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Mit der Versendung der Bescheide für die Vergabe von Oberschulplätzen, erhielten einige Familien in Steglitz-Zehlendorf unerwartete Neuigkeiten. Statt an einer der drei angegebenen Wunschschulen, sollten ihre Kinder ab diesem Schuljahr auf eine Schule gehen, die gar nicht zur Wahl gestanden hatte. Der Grund: das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat zum laufenden Schuljahr zwei siebte Klassen, welcher der Max-von-Laue-Oberschule zugeordnet sind, an dem … Kilometer entfernten Oberstufenzentrum (OSZ) Louise-Schroeder-Schule eingerichtet. Dort lernen die insgesamt … Kinder ohne echte Anbindung an den Schulalltag an ihrer Stammschule und mit wenig Kontakt zu Gleichaltrigen, da Schüler*innen an Oberstufenzentren in der Regel bereits deutlich älter sind. Gleiche Bildungschancen genießen die Siebtklässler*innen nicht, stattdessen sind ihre Möglichkeiten, bspw. an Ganztagsangeboten an ihrer Schule teilzunehmen, stark eingeschränkt. Die betroffenen Familien, wie auch die Schulgemeinschaft der Max-von-Laue-Oberschule zeigten sich dementsprechend bestürzt und forderten in einem offenen Brief die Rücknahme der fragwürdigen Entscheidung durch die zuständigen Schulstadrätin Malgorzata Sijbrandij (CDU).
Wir als Linke haben diese Forderung unterstützt und uns für eine bessere Anbindung der beiden siebten Klassen, beispielsweise durch eine Campuslösung mit den die Max-von-Laue-Oberschule umgebenden Gymnasien, an denen zum Teil noch Schulplätze frei sind, eingesetzt. Gleichzeitig steht dieser Fall symptomatisch für die fatalen Auswirkungen der Neuregelung des Zugangs zum Gymnasium durch die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Diese hatte den Zugang zum Gymnasium erheblich erschwert, indem seit vergangenem Schuljahr nur noch die Noten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache für die Erteilung der Gymnasialempfehlung ausschlaggebend sind und indem Schüler*innen, die trotz fehlender Empfehlung auf ein Gymnasium gehen möchten, den sogenannten “Probeunterricht” absolvieren müssen, ein eintägiges Verfahren aus mehreren schriftlichen Tests, welches wiederholt nur weniger als drei Prozent der teilnehmenden Kinder bestanden.
In der Konsequenz sind in Steglitz-Zehlendorf, wie auch in anderen Bezirken, zahlreiche Integrierte Sekundarschulen (ISS) und Gemeinschaftsschulen übernachgefragt, während Plätze an den Gymnasien frei bleiben. Das verschärft die Bildungsungerechtigkeit und ist für uns als Linke nicht hinnehmbar! Statt die Segregation nach der Grundschule weiter zu forcieren und damit soziale Spaltung zu befördern, wollen wir mehr Gemeinschaftsschulen schaffen, an denen alle Kinder und Jugendliche von der ersten Klasse bis zum Schulabschluss gemeinsam gut lernen können. Zusätzlich wir, bis dahin, beim Übergang von der Grundschule die Entscheidung über die Gymnasialempfehlung in einer Klassenkonferenz der zuständigen Pädagog*innen, welche die Kinder gut kennen und einschätzen können, erfolgen lassen. Für mehr Bildungsgerechtigkeit, statt Segregation und Leistungsdruck!
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